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Gefälschte Abmahnungen: Die wichtigsten Tipps gegen Betrug und Abzocke

Veröffentlicht am: 10. April, 2015

Fake Abmahnungen, gefälschte Abmahnungen

Der Großteil der E-Mail-Account-Besitzer hat es schon einmal erlebt: Eine Abmahnung aufgrund einer angeblich begangenen Urheberrechtsverletzung liegt im Postfach. Darin werden Sie aufgefordert, Schadensersatzforderungen zu begleichen, um rechtlichen Konsequenzen zu entgehen.

Viele derart verschickte Abmahnungen sind jedoch ?fake?. Sie sind täuschend echt gestaltet, beinhalten in Wirklichkeit aber nur Abzocke oder verbreiten sogar Schadenssoftware.

Andererseits ist es aber auch nicht ratsam, auf den ersten Blick als unseriös erscheinende Schreiben ohne nähere Prüfung zu ignorieren. Ignoriert man eine seriöse Abmahnung, so kann dies schwerwiegende Folgen haben.

 

Um Ihnen diese Unsicherheit etwas zu nehmen, haben wir die wichtigsten Merkmale zusammengefasst, die auf eine gefälschte Abmahnung hindeuten:

  • Medium E-Mail: Entgegen einigen verbreiteten Gerüchten dürfen seriöse Abmahnungen generell auch per E-Mail verschickt werden. Es ist jedoch eher unüblich, dass eine Kanzlei Sie alleine auf diesem Weg kontaktiert. Sollte die E-Mail Sie ohne weitere Kontaktaufnahme per Post erreichen, sollten Sie hellhörig werden.
  • Die E-Mail-Adresse des Absenders: Die E-Mailadresse allein kann schon viel über den Absender verraten. Oft werden gefälschte Abmahnungen über gehackte oder allein für den Spamversand eingerichtete E-Mailkonten verschickt, die mit dem Namen der vermeintlich abmahnenden Kanzlei überhaupt nichts zu tun haben, wie beispielsweise kanzlei@ohrenarztxyz.de oder abmahnung@bigmama.com.
  • Die Ansprache: Sollte Ihr eigener Name in der Ansprache nicht genannt werden, deutet dies auf eine Sammelemail und somit auf keine seriöse Abmahnung hin.
  • Schreibstil der Abmahnung: Würde unsere Deutschlehrerin die Nase über die Masse an Rechtschreibfehlern in der Abmahnung rümpfen, so ist dies ein Indiz für eine Fälschung. Des Weiteren sollte die Abmahnung konkret Auskunft über die Rechtsverletzung geben und sich nicht in allgemeinen Darstellungen verlieren. Ohne rechtliches Hintergrundwissen ist es oft schwer zu beurteilen, ob die rechtliche Begründung der Abmahnung Hand und Fuß hat oder reiner Humbug ist. Im Zweifel sollten Sie sich deshalb immer an einen fachkundigen Anwalt wenden, um sich beraten zu lassen.
  • Die Anwaltskanzlei: Gefälschte Abmahnungen werden oft von nicht existierenden Anwaltskanzleien verfasst. Eine Recherche im Netz und im Verzeichnis der zuständigen Rechtsanwaltskammer nach der genannten Anwaltskanzlei ist deshalb sinnvoll. Jedoch sollte man hierbei vorsichtig sein, denn es werden regelmäßig die Namen von existierenden Kanzleien von Betrügern missbraucht. In solchen Fällen reagieren die Anwaltskanzleien häufig mit Warnungen auf ihren eigenen Webseiten. Zusätzlich sind die Kontaktdaten, wie Anschrift, Telefonnummer, Fax und E-Mailadresse der Kanzlei bei seriösen Abmahnungen zumeist vollständig genannt. Sollten die Kontaktdaten fehlen, könnte es sich um Betrug handeln.
  • Keine Unterlassungserklärung: Zentraler Inhalt einer Abmahnung ist meist eine Unterlassungserklärung. Eine Unterlassungserklärung ist ein Schuldanerkenntnis, in dem der Empfänger einer Abmahnung garantiert ein bestimmtes Verhalten in Zukunft nicht mehr zu wiederholen. Ist ohne erkennbaren Grund keine Unterlassungserklärung in dem Schreiben enthalten, so weist dies auf Betrug hin.
  • Die Zahlungsart: Zahlungen per Paysafe-Card, Prepaid-Karte (z. B. Ukash) oder Online-Bargeldtransfer (z. B. Western Union) deuten auf Betrug hin. Dies gilt auch, wenn Geld auf ein ausländisches Konto eingezahlt werden soll. Oftmals weisen extrem kurze Fristen zur Zahlung innerhalb von 24-48 Stunden zusätzlich auf eine unseriöse Abmahnung hin.
  • E-Mail Anhänge: Ist der Abmahnungsemail eine ZIP- oder RAR-Datei angehängt, sollten Sie diese auf keinen Fall öffnen, auch wenn darauf hingewiesen werden sollte, dass darin Details zum Urheberrechtsverstoß zu finden seien. Oft enthält ein solcher Anhang Schadsoftware.

Was also tun nach Erhalt einer Abmahnung?

  1. Keine Panik!
  2. Öffnen Sie keine Anhänge!
  3. Leisten Sie keine Zahlungen und unterschreiben Sie die Unterlassungserklärung nicht!
  4. Googeln Sie die genannte Anwaltskanzlei. Oftmals werden im Netz schnell Aufklärungsberichte über Betrugsfälle verbreitet.
  5. Erkundigen sie sich telefonisch bei der abmahnenden Kanzlei, ob die Abmahnung echt ist.
  6. Im Zweifelsfall und bei Unsicherheit immer einen qualifizierten Anwalt aufsuchen!

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Kommentarbereich

2 Kommentare zu “Gefälschte Abmahnungen: Die wichtigsten Tipps gegen Betrug und Abzocke”

  1. Martin hesse sagt:

    Würde gerne meine Seite von der (Firmen-Name entfernt) Suchmaschinen optimieren . Was mich stutzig macht sind die vielen negativen Erfahrungsberichte sowie Erfahrungen die im Internet von verschiedenen Nutzern gepostet werden. Die Google Bewertungen scheinen selbst geschrieben zu sein zu wie es aussieht. Sind hier Betrüger am Werk oder handelt es sich um eine seriöse Firma die Suchmaschinenoptimierung anbietet? Gibt es Erfahrungsberichte wegen dieser oben genannten Firma?
    (Firmen-Name entfernt)

    Impressum:
    (Firmen-Name / Kontaktdaten entfernt)

    (1)
    • Tobias Roth sagt:

      Hallo Herr Hesse,

      vielen Dank für Ihre Nachricht.
      Das Thema des Artikels lautet zwar „Gefälschte Abmahnungen“, aber wir möchten auch hierzu ein paar Worte verlieren.

      SEO-Firmen gibt es inzwischen wie „Sand am Meer“. Dass darunter auch schwarze Schafe sind, können wir nicht genau sagen. Die Wahrscheinlichkeit ist aber in jedem Fall gegeben. Erfahrungsberichte können wir zur Firma ebenfalls nicht abgeben. Sollten Sie aber Zweifel an der von Ihnen genannten Firma haben, dann entscheiden Sie sich am besten für einen anderen Dienstleister. Ein gesunder Menschenverstand kann bereits seriöse von unseriösen Anbietern schnell unterscheiden. Beispiele hierfür sind u.a. die getätigten Bewertungen, aber auch der Firmensitz. Ist er in Deutschland oder handelt es sich um eine „Briefkasten-Firma“ im Ausland?

      Wir können bzgl. „Online-Marketing“ bzw. „SEO-Firmen“ keine Empfehlungen aussprechen, da wir dafür nicht der richtige Ansprechpartner sind. Tipp: Schauen Sie sich mal die Top 100 SEO-Dienstleister – Liste von iBusiness an. Dort sind viele Firmen und Agenturen aufgelistet, die sich um Ihre Bedürfnisse („OnPage-Optimierung“) kümmern können und auch verschiedene Auszeichnungen/Zertifikate/Siegel haben.

      Ich hoffe, dass wir Ihnen helfen konnten.

      Viele Grüße,
      das Team von Dr. Meyer-Dulheuer & Partners LLP

      (Der Firmen-Name und Kontakt wurde aus redaktionellen Gründen entfernt)

      (1)

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