WIPO Jahresbericht 2016: Rekordstand an Patent- , Marken- und Designanmeldungen weltweit

Veröffentlicht am: 18. Dezember, 2017

Die weltweite Einreichung von Patent- , Marken- und Industriedesignanmeldungen hat im Jahr 2016 erneut einen Höchststand erreicht. Verantwortlich für die neuen Rekordzahlen ist vor allem China, die in allen drei Bereichen weltweit die größten Zuwächse verzeichnen können. So sind in China 2016 mehr Patente beantragt worden als in den USA, Japan, Südkorea und beim Europäische Patentamt zusammen. Das alles und noch mehr ist im Jahresbericht 2017 der World Intellectual Property Organization (WIPO) zu finden:

 

Patentanmeldungen: Deutschland auf Platz 6

Laut dem neuen Jahresbericht der WIPO wurden 2016 insgesamt 3,127,900 neue Patente angemeldet, was einem Zuwachs von 8.3% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Das Chinesische Patentamt (SIPO) hat erneut den größten Zuwachs an Anmeldungen zu verzeichnen können (+21.5%), was Chinas Weg, weg vom Kopieren und hin zur Innovatornation untermauert. Betrachtet man jedoch die Pro-Kopf-Anmeldungen eines Landes, befinden sich Länder wie Südkorea, Deutschland, Japan und die Vereinigten Staaten weiterhin vor den Chinesen. Deutschland ist mit 67,899 beim DPMA beantragten Patentanmeldungen 2016 auf Platz 6 der Rangliste zu finden.

Region20152016Wachstum (%)
Weltweit2,887,3003,127,900+8.3%
China1,101,864   1,338,503   +21.5%
USA589,410605,571+2.7%
Japan318,721318,381-0.1%
Südkorea213,694208,830-2.3%
Europa (EPO)160,028159,358-0,42%

Was Patentanmeldungen im Ausland betrifft, bleiben die USA weiterhin Spitzenreiter. US-Bürger reichten mehr als viermal so viele Patentanmeldungen im Ausland ein (215,918) als die Chinesen (51,522). Die weiteren Spitzenplätze belegen hier Japan (191,819), Deutschland (75,378) und Südkorea (69,945).

 

Markenanmeldungen: China baut Vorsprung weiter aus

Die Zahl der Markenanmeldungen hat sich mit einem Sprung auf knapp 7 Millionen im Jahr 2016 seit dem Jahr 2001 weltweit verdreifacht. Das spiegelt die wichtige Bedeutung des Markenschutzes in einem globalisierten Geschäftsumfeld wider. Auch hier kann sich China mit einem unglaublichen Zuwachs von 30% der Markenanmeldungen beim heimischen Amt für geistiges Eigentum weiter an der Spitze absetzen. Weitere Nationen aus den Top 20 mit einem nennenswert starken Zuwachs an beantragten Markenanmeldungen sind Russland (+14.8%), Großbritannien (+19.1%) und Vietnam (+21.1%).

Region20152016Wachstum (%)
Weltweit6,013,2006,997,600+16.4%
China2,830,000   3,697,916   +30.6%
USA517,297545,587+5.5%
Japan345,070451,320+30.8%
Europa (EUIPO)366,383369,970+1.0%
Indien289,843313,623+8.2%

Auffallend bei den Markenanmeldungen ist, dass nur 5% aller von Chinesischen Staatsbürgern beantragten Markenanmeldungen im Ausland getätigt wurden. Spitzenreiter in dieser Kategorie sind die Schweizer, die in 77% aller Fälle Markenschutz im Ausland gesucht haben, gefolgt von den Amerikanern (46%), Deutschen (45%) und Niederländern (44%).

Am häufigsten wurde weltweit Markenschutz im Bereich der Werbung und des Business Managements (10.5%), der Computer, Software und Instrumente (6.9%), Bildung und Unterhaltung (5.9%) und Bekleidung (5.9%) beantragt.

 

Designanmeldungen: EUIPO auf Platz 2

Insgesamt wurden im Jahr 2016 963,100 Designanmeldungen mit ca 1,2 Mio. verschiedenen Designs beantragt. Auch hier kann China die steilste Wachstumskurve verzeichnen (+14.3%). Andere Länder mit einem beachtlichen Zuwachs an Designanmeldungen sind der Iran (+34.8%) und die Ukraine (+17.4%). Die meisten Anmeldungen gab es im Bereich des Möbeldesigns (10.8%), der Kleidung (8.6%) und von Verpackungen und Container (7.3%).

Region20152016Wachstum (%)
Weltweit872,800963,100+10.4%
China569,059  650,344  +14.3%
Europa (EUIPO)98,162104,522+6.5%
Südkorea72,45869,120-4.6%
Deutschland56,49956,188-0.6%
Türkei45,85246,305+1.0%

 

Zum ersten Mal hat die WIPO dieses Jahr den Bereich der geographische Herkunftsbezeichnungen mit in den Bericht aufgenommen. Geographische Herkunftsbezeichnungen werden für Produkte verwendet, die einen spezifischen geographischen Ursprung haben und aufgrunddessen eine gewisse Qualität und Ruf besitzen, wie z.B. der Parmaschinken oder Champagner. Im Bericht wurden 54 nationale oder regionale Autoritäten erfasst, die 42,500 solcher geschützten Herkunftsbezeichnungen vergeben haben.

 

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Quellen:

Text: WIPO Jahresbericht 2016

Bild: WIPO.int

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