Serie ?Die Säulen des geistigen Eigentums? – Teil 2

Veröffentlicht am: 11. Dezember, 2015

Teil 2: IP-Management

Im ersten Teil unserer Serie ?Die Säulen des geistigen Eigentums? berichteten wir über die IP-Strategie. Nun erläutern wir die Säule des geistigen Eigentums, die die Strategie überhaupt verwirklicht, das IP-Management. Denn eine Strategie nutzt nichts, wenn sie niemand umsetzt.

Das IP-Management sorgt dafür, dass die parallelen Aufgaben und Aktivitäten im Rahmen des IP bewerkstelligt werden. Denn häufig müssen etliche Prozesse gleichzeitig koordiniert und überwacht werden, da diese nicht selten voneinander abhängig sind oder zumindest miteinander verknüpft sind. Dabei müssen die Prozesse auch in finanzieller Hinsicht koordiniert werden. Um alle Aufgaben effizient unter einen Hut zu bekommen, empfiehlt es sich für das IP-Management gewisse Regeln und Tools einzuführen. So sollte die Koordination über eine interne IP-Management-Software erfolgen, sowie über schriftliche Unterlagen, z.B. Anleitungen, Handbücher und Formblätter. Nur so kann es ermöglicht werden, dass unterschiedliche Dienstleister zeit- und kostengünstig zusammen arbeiten. Die Aufgabenbereiche im IP-Management werden folgendermaßen aufgeteilt:

IP-Entwicklung

In der IP-Entwicklung werden die Aufgaben erfüllt, die nötig sind, um das IP-Portfolio zu erstellen. Es werden also neue Rechte ermittelt, geschaffen und entwickelt. Dies beginnt bei Einreichungen von Erfindungsmeldungen, geht über die Anmeldung von IP-Rechten weiter zur Betreuung der Erteilungsverfahren bis hin zur Überwachung der IP-Rechte, um zu verfolgen, wie sich die Investitionen entwickeln und um den Wettbewerb mit Blick auf mögliche Nachahmer zu beobachten. Somit unterstützt das IP-Management die Aufgaben des Patentanwalts. Wichtig ist es, dass das IP-Management dabei kritisch vorgeht. Denn es handelt sich hierbei nicht um einen reinen Verwaltungsprozess, sondern es muss sich vor allem mit strategischen Fragen auseinander gesetzt werden, beispielsweise bezüglich der Forschung und Entwicklung. Wie genau die IP-Entwicklung umgesetzt wird, ist nicht vorgeschrieben und somit in jedem Unternehmen etwas anders.

IP-Portfolioverwaltung

Bei der IP-Portfolioverwaltung geht es dann um die Verwaltung der Rechte, die in der Entwicklung geschaffen wurden. Dabei ist es entscheidend zielgerichtet und zukunftsorientiert zu planen. So sollte die Größe des Portfolios an die aktuelle Geschäftsstrategie angepasst werden, andernfalls kann es zu enormen unvorhergesehenen finanziellen Belastungen im Unternehmen kommen. So kann beispielsweise genau berechnet werden, welche Kosten durch Patentgebühren oder Verlängerungen von Markenrechten anfallen werden. Solche Kosten sollten im Vornhinein berücksichtigt und einkalkuliert werden, damit es nicht zu bösen Überraschungen kommt.

IP-Durchsetzung (oder IP-Verteidigung): Streitfälle

Wenn erst einmal geistiges Eigentum im Unternehmen besteht, besteht auch die Möglichkeit, dass dieses nachgeahmt wird oder gar selbst andere Schutzrechte verletzt. Je mehr Rechte ein Unternehmen besitzt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit in streitige Situationen verwickelt zu werden. Um für solche Fälle vorbereitet zu sein, sollte ein Unternehmen in der IP-Durchsetzung feste Richtlinien für diverse Situationen festlegen. Dabei sollten auch Prognosen zu Risiken und Kosten gemacht werden.

Lizenzierungsprogramme

Lizenzierungen werden nur selten von Unternehmen genutzt. Intern möchte man meist ungern anderen den Zugang zur Technologie ermöglichen, immerhin ist es ja die hart erarbeitete eigene Erfindung. Aber auch von der gegensätzlichen Position aus sind Lizenzen nicht so gefragt, da es meist im Stolz eines Unternehmens liegt, Technologien selbst zu entwickeln. Argumente, die dennoch für Lizenzierungen sprechen, sind Folgende:

Bei Ein-Lizenzierungen, also dem Erwerb von Lizenzen, besteht der Vorteil darin, dass es wesentlich günstiger und risikoärmer ist eine Lizenz zu erwerben, anstatt selbst eine Technologie zu entwickeln. Außerdem sind sowohl die Entwicklung von Technologien als auch die Patentanmeldung äußerst zeitaufwändig, man kann sich durch Ein-Lizenzierungen also einen langen Prozess sparen.

Die Auslizenzierung von Technologien, also die Übertragung des Benutzungsrechts an einer Erfindung, hat mehrere Vorteile. Zum einen ist es die Sicherstellung einer weiteren Einnahmequelle, zum anderen die Etablierung der eigenen Technologie als Standard und somit in gewisser Weise Imageprofilierung für das Unternehmen.

Die Lizenzierung von Marken kann Ihnen auf verschiedene Weise zu Gute kommen. Auch hier bietet sie eine weitere Einnahmequelle, sie dient zur Verteidigung von auslaufenden Marken oder zur Eroberung eines neuen Marktes oder Landes.

Das IP-Management arbeitet im Regelfall eng mit einem Patentanwalt zusammen, um das geistige Eigentum bestmöglich zu verwalten und damit keine teuren Fehler entstehen. Wir würden uns freuen Ihre IP-Management Abteilung zu beraten. Wenn Sie uns gerne kennen lernen möchten, zögern Sie bitte nicht einen kostenlosen Rückruf anzufordern:

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Quellen:
http://www.klaverpatent.de/index.php/was-ist-ip-management

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