Serie ?Die Säulen des geistigen Eigentums? – Teil 1

Veröffentlicht am: 27. November, 2015

Teil 1: IP-Strategie

Die Bedeutung von IP für Unternehmen und wie Sie es am besten verwalten

Vielleicht ist es Ihnen schon selbst aufgefallen, das geistige Eigentum nimmt eine immer größer werdende Bedeutung für die Wirtschaft an. Laut einer Studie von 2013 sollen 35 % der Arbeitsplätze in der EU, 40 % der wirtschaftlichen Aktivitäten der EU und 90 % des EU-Handels Patented_Intellectual_Property_Siegel_Stempel.jpgaußerhalb der EU aus IP-intensiven Unternehmen resultieren (Harmonisierungsamt für den
Binnenmarkt und Europäisches Patentamt zur Messung der Bedeutung der Rechte am geistigen Eigentum in der EU-Wirtschaft, 2013). Für Unternehmen wird es dabei immer wichtiger in Innovationen und Marken zu investieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Somit beginnen immer mehr Unternehmen sich auf ihre Investitionen in das geistige Eigentum zu konzentrieren, indem sie sie besser schützen und ausschöpfen wollen. Die Größenordnung der Unternehmen spielt dabei keine Rolle, immaterielle Vermögenswerte besitzen nämlich nicht nur die großen Konzerne wie Apple und Co. Schnell verlieren Unternehmen jedoch den Überblick, Kosten und Arbeitsaufwand nehmen häufig ungeahnte Dimensionen an. Was also tun, damit Ihnen so etwas nicht passiert?

Wir klären Sie in folgendem Beitrag auf, wie Sie ihr geistiges Eigentum am besten verwalten und dabei Kosten optimieren und Werte steigern. Welche Investitionen in das geistige Eigentum sind für Ihr Unternehmen angemessen? Und welcher Kostenaufwand kann dabei getätigt werden, den das Unternehmen finanziell und organisatorisch verkraften kann und der den Unternehmenszielen entspricht? Die Antwort auf die Frage liegt in 3 Säulen: die IP-Strategie, das IP-Management und das IP-Governance. Im ersten Teil unserer 3-teiligen Blogreihe ?Die Säulen des geistigen Eigentums? klären wir Sie über die ?IP-Strategie? auf.

Teil 1: IP-Strategie

Eine IP-Strategie ist ein Strategieplan, in dem man festlegt, warum und wie ein Unternehmen in immaterielle Vermögenswerte und IP investiert und wie man damit umgehen sollte. Das übergeordnete Ziel der IP-Strategie ist eng an die Ziele des Unternehmens geknüpft: Dem Unternehmen soll nachhaltig ein höherer Profit ermöglicht werden, indem z.B. Marktanteile erhöht und Kosten gesenkt werden. Das geistige Eigentum strategisch einzusetzen ist dafür unverzichtbar: Vielleicht kann Ihr Unternehmen durch gezielte Vergabe von Benutzungsrechten zusätzliche Gewinne erwirtschaften? Oder durch strategische Ausnutzung des Verbietungsrechts einen Konkurrenten z.B. zu einem Design-around zwingen? Möglicherweise kann sich nach einer genaueren Analyse auch herausstellen, dass die Investition in IP für Ihr Unternehmen nicht oder zumindest nicht in der traditionellen Form ratsam wäre.

Aber welche Faktoren muss man bei der Entwicklung der IP-Strategie berücksichtigen?

Wissen Sie genaustens über Ihr IP-Portfolio Bescheid!

Voraussetzung ist schon einmal, dass sehr gute Kenntnisse und ein gutes Verständnis der bestehenden immateriellen Vermögenswerte und des IP-Portfolios vorhanden sind. Welche Schutzrechte besitzt das Unternehmen überhaupt, also welche Patente, Gebrauchsmuster, Marken usw.? Was ist durch die Schutzrechte geschützt, welche Erfindungen, Technologien, Designs etc.? Wo gelten die Schutzrechte geografisch gesehen? Und wie stark sind die verschiedenen Schutzrechte z.B. hinsichtlich ihrer Einzigartigkeit und wie eng oder breit ist der Schutzbereich gefasst? Bei der Einschätzung und Bewertung Ihres Schutzrechtsportfolios helfen Spezialisten gerne, beispielsweise Patent- und Markenanwälte.

Denken Sie ganzheitlich!

Dann ist es noch wichtig, die Unternehmensmission und die Strategie hinter dem Konzern zu verstehen. Denn die IP-Strategie und die Unternehmensstrategie können auf keinen Fall separat voneinander betrachtet werden. Das Eine muss mit dem Anderen in Verbindung gebracht werden. Umstände der Unternehmensstrategie wie preisliche Aspekte des Produkts, Vertriebswege, Marken oder das Tempo der Marktreife können die IP-Strategie beeinflussen. Nur wenn diese genau feststehen und berücksichtigt werden, kann eine anwendungsspezifische IP-Strategie entwickelt werden, die an die Marktbedürfnisse angepasst ist.

Die IP-Strategie unterliegt einem steten Wandel

Grundsätzlich muss die Strategie kontinuierlich überprüft werden. So kommt es zu ständigen Veränderungen auf dem Markt der Technologie und auch das eigene Unternehmen entwickelt sich weiter und passt entsprechend seine Unternehmensstrategie an. Auch kann sich die Gesetzeslage ändern. Sie sollten also ständig die Augen offen halten und Änderungen der genannten Faktoren in Ihrer Prozessanpassung berücksichtigen.

Fazit

Unsere Tipps zusammengefasst für Ihre IP-Strategie sind also folgende:

  1. Kennen Sie Ihr Unternehmen und Ihr IP-Portfolio
  2. Setzen Sie Ihre IP-Strategie und Ihre Unternehmensstrategie zueinander in Verbindung
  3. Passen Sie Ihre Strategie stetig dem Wandel auf dem Markt und im Unternehmen an

Mögen Sie sich zu dem Thema IP-Strategie das erste Mal beraten lassen? Wir würden uns freuen, wenn wir Sie mit einer kostenlosen Experten-E-Mail unterstützen dürfen. Wir stehen Ihnen natürlich jederzeit auch für ein persönliches Gespräch zur Verfügung.

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