EPA: Nachfrage nach europäischen Patenten wächst

Veröffentlicht am: 2. Mai, 2016

Der Anfang März veröffentlichte Jahresbericht des Europäischen Patentamts (EPA) zeigt einen deutlichen Trend: Die Nachfrage nach europäischen Patenten wächst weiter. 2015 wurden insgesamt fast 280.000 Patente eingereicht. Ein neuer Rekordwert.

Die Patenteinreichungen beim Europäischen Patentamt (EPA) verzeichneten 2015 einen weiteren Anstieg und erreichten einen neuen Spitzenwert von fast 278.867 Patenteinreichungen (2014: 274 000, +1,6%). Von den knapp 280.000 Einreichungen wurden Das EPA deutet es als Bestätigung des wachsenden Bedarfs an Patentschutz von Unternehmen aus der ganzen Welt.

EPO-Infographic-Annual-Report-2015Dieser Zuwachs wurde vor allem von Unternehmen aus den USA (+16,4%) und China (+22,2%) befeuert. Die Zahl der Anmeldungen aus den 38 EPO-Mitgliedsstaaten zeigte sich nahezu stabil (+0,7%). Neben der Innovationskraft der US-Unternehmen ist der starke Anstieg der europäischen Patentanmeldungen aus den USA auch auf die Folgen einer Änderung im US-Patentrecht zurückzuführen. Die Top-5-Anmeldeländer waren 2015 die USA, Deutschland, Japan, Frankreich und die Niederlande.

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Das starke Wachstum der europäischen Patentanmeldungen verdeutlicht einmal mehr die Rolle Europas als attraktiver Technologiemarkt und Innovationsstandort für Erfinder aus aller Welt“, sagte EPA-Präsident Benoît Battistelli. „Es widerspiegelt auch das Interesse von Unternehmern und Erfindern an qualitativ hochwertigem Patentschutz für den europäischen Markt.“ Battistelli weiter: „Trotz des beeindruckenden Wachstums der außereuropäischen Anmeldungen haben die europäischen Unternehmen ihre positive Bilanz bei der Anmeldung ihrer Patente in den anderen Regionen bestätigt. Dies unterstreicht das innovative Potenzial der europäischen Wirtschaft.

Unterschiedliche Trends in Europa

Das Anmeldeaufkommen aus den europäischen Staaten im Jahr 2015  beim EPA zeigte ein variables Bild: Italien kehrte den negativen Trend der vergangenen vier Jahre mit einem Anmeldeplus von 9% im Vergleich zu 2014 um. Dies war ebenfalls für Spanien der Fall (+3,8%). Belgien (+5,9%), Großbritannien (+5,7%), die Niederlande (+3,3%) und die Schweiz (+2,6%) setzten ihr Wachstum fort.

Andere Länder, einschließlich Frankreich (+1,6%), Österreich (+1,4%) und Schweden (-0,9%) blieben stabil, während Staaten wie Dänemark (-2,7%), Deutschland (-3,2%) und Finnland (-8,3%) weniger Anmeldungen verzeichneten. Unter den Ländern mit einem geringeren Anmeldevolumen zeigten Polen (+17,8%), die Türkei (+10,9%), die Tschechische Republik (+27,5%), Portugal (+21,2%) und Litauen (+62,5%) starke Zuwachsraten.

Medizintechnik, Digitale Kommunikation und Computer sind Top-Technologiefelder

Die Medizintechnik war erneut das anmeldestärkste Technologiefeld beim EPA mit einem Zuwachs von 11%. Andere Bereiche mit einem signifikanten Wachstum der Patentanmeldungen waren „Maschinen, Pumpen und Turbinen“ (+18%) – in diesem Segment beziehen sich auch viele Patentanmeldungen auf Klimaschutztechnologien – „Arzneimittel“ (+10%), „Messtechnik“ (+8%) und „Computer“ (+8%).

Europa führend in acht der zehn stärksten Technologiefelder

Geringere Anmeldezahlen europäischer Firmen registrierte das EPA im Bereich „Digitale Kommunikation“, wo sich das Minus im Vergleich zu 2014 auf 12% belief (im Gegensatz zum Gesamtwachstum des Bereichs von 3% in 2015). Gleiches gilt für „Biotechnologie“ (EPO-Mitgliedsstaaten mit -6% bei einem Gesamtwachstum des Feldes von +5%) sowie für„Elektrische Maschinen, Geräte, Energie“ (-5% in Europa vs. -2% insgesamt). Dennoch unterstrichen europäische Unternehmen ihr breit abgestütztes Patentportfolio: Sie vereinten in acht der zehn stärksten Technolgiefelder die meisten Anmeldungen auf sich (nur in der „Medizintechnik“ und „Computern“ dominierten US-Firmen).

Insgesamt war Europa bei einer großen Bandbreite an Technologien führend: So lag die niederländische Firma Philips beim Anmelderranking in drei Gebieten an der Spitze („Medizintechnik“, „Elektrische Maschinen, Geräte, Energie“ und „Messtechnik“). Bayer aus Deutschland befand sich an erster Position im Bereich der „Organischen Feinchemie“, und DSM mit Sitz in den Niederlanden meldete die meisten Patente in der „Biotechnologie“ an.

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Text- und Bildquelle: Europäisches Patentamt

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