Plagiarius 2017: Die dreistesten Produktfälschungen des Jahres

Veröffentlicht am: 15. Februar, 2017

Von der Hundeleine bis zum Nussknacker: Die Produktpiraterie boomt wie nie zuvor und sie wird immer dreister! Um besonders freche Nachahmungen zu „ehren“, wird inzwischen zum 41. Mal der schwarze Zwerg mit goldener Nase -Plagiarius- verliehen. In unserem Beitrag finden Sie die diesjährigen „Gewinner“.

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Am 10. Februar wurde auf der Frankfurter Konsumgütermesse „Ambiente“ zum 41. Mal der „Plagiarius“ verliehen. Der Schmäh-Preis zeichnet besonders dreiste Produktfälschungen und deren Unternehmen aus, die sich mit Plagiaten einen goldene Nase verdien(t)en. Ziel des Vereins Aktion Plagiarius e.V. ist es, Produktpiraten an den Pranger zu stellen und sowohl Verbraucher als auch Gewerbetreibende über unseriöse Geschäftspraktiken zu informieren.

Globalisierung, digitale Kommunikation, das Internet und leichtgläubige (Online-)Schnäppchenjäger – das sind die Haupttreiber für die explosionsartige Ausbreitung von Produkt- und Markenpiraterie. Dabei sind Plagiate und Fälschungen weder Kompliment noch Kavaliersdelikt.

Für Fälscher ist es ein extrem lukratives Geschäftsmodell. Die (Image-)Schäden für die Originalhersteller und die Sicherheitsrisiken für Verbraucher hingegen sind enorm. Solange Nachfrage für kopierte Waren besteht, wird diese bedient werden. Eine praxisnahe Aufklärung der Verbraucher ist wichtig.

 

Plagiarius 2017: Das sind die diesjährigen „Gewinner“

1. Preis: Roll-Hundeleine „flexi Explore L“

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Links Original: flexi-Bogdahn International GmbH & Co. KG, Bargteheide, Deutschland
Rechts Fälschung: Diverse anonyme Online-Anbieter, die über amazon.com (USA) mit Scheinidentitäten und täglich wechselnden Accounts agieren. Die minderwertige Qualität (z.B. die nicht funktionierende Aufrollmechanik) führte in den USA bereits zu Kundenbeschwerden und Reputationsschäden.

 

2. Preis: Bürostuhl „Silver“

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Links Original: Interstuhl Büromöbel GmbH & Co. KG, Meßstetten-Tieringen, Deutschland
Rechts Plagiat: Vertrieb: Shenzhen Chunshan Trading Co. Ltd., Shenzhen, VR China

 

3. Preis: Druckmessgerät

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Links Original: WIKA Alexander Wiegand SE & Co. KG, Klingenberg, Deutschland
Rechts Fälschungen: Herstellung: Ma Anshan Exact Instrument Co., Ltd., VR China Vertrieb: Buu Ky, Ho Chi Minh City, Vietnam
2015 wurden bei Buu Ky im Rahmen einer Razzia durch die Economic Police „WIKA”-Fälschungen beschlagnahmt; 2016 fand man in einer 2. Razzia die „VIKA“-Fälschungen, bei denen teils nur der vordere Teil des „W“ weggekratzt und teils das „W“ gegen ein „V“ getauscht wurde. (siehe Lücke beim VIKA-Logo).

 

Sieben gleichrangige „Auszeichnungen“ wurden vergeben an:

Auszeichnung – Waschtischmischer „AXOR Starck V“ (oben) und „Metris Classic“ (unten)

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Links Originale: Hansgrohe SE, Schiltach, Deutschland
Plagiat rechts oben: Taizhou Ranbo Sanitary Ware Co., Ltd., Zhejiang, VR China
Plagiat rechts unten: Heshan Khone Sanitary Ware Technology Co., Ltd., Zhejiang, VR China

 

Auszeichnung – Isolierkanne „Ciento”

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Links Original: Helios Dr. Bulle GmbH & Co. KG, Wertheim, Deutschland
Rechts Plagiat: Design-Plagiat inkl. Markenverletzung
Vertrieb: über einen Basarhändler in Dubai, VAE Vereinigte Arabische Emirate
Der Nachahmer kopiert das Design der Isolierkanne „Ciento“ von Helios, vertreibt diese Kopie aber weder unter eigener Marke noch unter „Helios“, sondern benutzt illegal die Schweizer Marke „Zepter“ der Firma Zepter International – er kombiniert also das Design einer renommierten Firma mit der Marke einer anderen bekannten Firma. Zudem besteht keine Verbindung zwischen „Zepter“ und „Prima Germany“. Wer sich hinter „Prima Germany“ verbirgt ist unbekannt.

 

Auszeichnung – Tasche „Taschelini“

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Links Originale: Koziol ideas for friends GmbH, Erbach, Deutschland
Rechts Plagiate: Herstellung: VR China
Vertrieb: TOKYO 1, Japan Houseware, Indonesien

 

 

Auszeichnung – Pilotjacke „Mascot Safe Image“

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Links Original: Mascot International A/S, Silkeborg, Dänemark
Rechts Plagiat: rukka AG, Tübach, Schweiz
Vertrieb des Plagiats ausschließlich in der Schweiz

 

Auszeichnung – Nussknacker „Naomi“

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Links Original: Take2-Design GmbH & Co. KG, Rosenheim, Deutschland
Rechts Fälschung: Vertrieb über AliExpress.com, Chinesischer Online-Händler, Identität unbekannt

 

Auszeichnung – Endlos-Julienneschneider

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Links Original: triangle GmbH, Solingen, Deutschland
Rechts Plagiat: Vertrieb: YDD Trade s.r.o., Prag, Tschechien

 

Auszeichnung – Profi-Transporthilfe „StarCarrier“

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Links Original: Wagner System GmbH, Lahr, Deutschland
Rechts Plagiat: Vertrieb: MERKUR trgovina, d.d., Naklo, Slowenien

 

Plagiarius 2017 – Offizielle Pressemitteilung

Negativ-Preis „Plagiarius“ rückt Schäden durch Plagiate und Fälschungen ins öffentliche Licht

Gesamte Pressemitteilung aufklappen
1977 – 2017: 40 Jahre Negativ-Preis „Plagiarius“ gegen dreisten Ideenklau

Der vom Designer Prof. Rido Busse ins Leben gerufene Negativ-Preis „Plagiarius“ wurde am 10. Februar 2017 auf der Frankfurter Konsumgütermesse „Ambiente“ im Rahmen einer internationalen Pressekonferenz zum 41. Mal verliehen. Bereits seit 1977 vergibt die Aktion Plagiarius e.V. den gefürchteten Schmäh-Preis an Hersteller und Händler besonders dreister Plagiate und Fälschungen. Ziel des Vereins ist es, die unfairen und teils kriminellen Geschäftspraktiken von Produkt- und Markenpiraten aus aller Welt ins öffentliche Bewusstsein zu rücken, um Industrie, Politik und auch Verbraucher für die Problematik zu sensibilisieren. Trophäe ist ein schwarzer Zwerg mit goldener Nase – als Symbol für die exorbitanten Gewinne, die die Nachahmer sprichwörtlich auf Kosten kreativer Designer und innovativer Hersteller erwirtschaften.

Vierzig Jahre „Plagiarius“ bedeuten rund 400 Preisträger-Produkte und mehr als 1.600 eingereichte Plagiatsfälle. Prämiert wurden Produkte der unterschiedlichsten Branchen: Schneid- und Haushaltwaren, Sanitärprodukte, Werkzeuge, Möbel, Schreibwaren, Kinderspielzeug, Parfums, Schmuck, technische Produkte und Geräte, wie z.B. nicht funktionierende Notfallbeatmungsgeräte, Autofelgen, Motorsägen, Mopeds uvm. Erfreulich ist die Tatsache, dass der hohe Bekanntheitsgrad des „Plagiarius“ regelmäßig – auch dieses Jahr – erfolgreich seine abschreckende Wirkung zeigte: Bevor die jährlich wechselnde Plagiarius-Jury aus allen Einsendungen die Preisträger wählt, werden die vermeintlichen Plagiatoren schriftlich auf ihre Nominierung hingewiesen und erhalten die Möglichkeit zur Stellungnahme. Neben allgemeinen fallbezogenen Informationen fließen auch diese Reaktionen – sofern genutzt – mit in die Bewertung ein. Aus Angst vor öffentlicher Blamage haben über die Jahre hinweg zahlreiche Nachahmer noch vor der Jurysitzung eine Einigung mit dem Originalhersteller gesucht und es wurden z. B. Restbestände der Plagiate und Fälschungen vom Markt genommen, Unterlassungserklärungen unterschrieben oder aber Lieferanten preisgegeben.

 
Gesetz vs. Moral: „Nachahmungsfreiheit“ steht für Fortschritt , nicht für plumpe 1:1 Plagiate
Natürlich sagt die Auszeichnung mit dem „Plagiarius“ nichts darüber aus, ob das jeweilige nachgemachte Produkt im juristischen Sinne erlaubt oder aber rechtswidrig ist. Das hängt von vielen
Faktoren ab, wie z.B. eingetragenen gewerblichen Schutzrechten für das Originalprodukt, unlauterem Wettbewerbsverhalten seitens des Nachahmers.

Die Aktion Plagiarius kann und will kein Recht sprechen. Sie darf aber auf die Schäden betroffener Firmen und die Risiken für Verbraucher aufmerksam machen. Und sie darf die Meinung äußern, dass plumpe 1:1 Plagiate einfallslos und moralisch verwerflich sind und zu Stillstand führen. Denn selbst der Gesetzgeber formuliert beim sogenannten Prinzip der „Nachahmungsfreiheit“, dass (technischer) Fortschritt nur möglich ist, wenn bereits bestehende Erfindungen „als Grundlage oder Inspiration für neue Produkte“ dienen können. Auch Nachahmungsfreiheit legitimiert keine nahezu identischen Produkte, bei denen Verwechslungs- oder Täuschungsgefahr in Bezug auf das Original besteht. In diesem Zusammenhang betont die Aktion Plagiarius, dass legale Wettbewerbsprodukte – die einem Trend folgen, sich aber optisch und technisch ausreichend vom Original unterscheiden – keine Auszeichnung mit dem „Plagiarius“ fürchten müssen, sondern ausdrücklich erwünscht sind, weil sie fairen Wettbewerb beleben.

 
Prinzip „Plagiat / Fälschung“: Minimaler Input – Maximaler Profit –kein unternehmerisches Risiko
Was einst als laienhafte Kopierversuche in Hinterhof-Werkstätten begann, hat sich in Zeiten von Internet und Globalisierung zu einer weltweit vernetzten und professionell agierenden Fälschungsindustrie entwickelt. Die Erscheinungsformen von Produkt- und Markenpiraterie sind dabei sehr vielfältig: von Markenfälschungen über Designplagiate und Technologieklau bis hin zu Raubkopien. Beim Plagiat kopiert der Nachahmer das Design und / oder die Technik eines erfolgreichen Produktes und verkauft dies dann unter seinem eigenen Namen. Er schmückt sich also mit fremden Federn. Bei der Fälschung übernimmt der Nachahmer zusätzlich den renommierten Markennamen des Originalherstellers. In diesem Fall beutet er dessen guten Ruf aus und (ent-) täuscht die Käufer, weil seine Fälschung nicht das Qualitätsversprechen des bekannten Markenprodukts hält.

Erhebliche Reputationsschäden für den Markenhersteller sind die Folge. Erhältlich sind nachgemachte Waren mittlerweile in allen Preis- und Qualitätsabstufungen, von gefährlichen Billigfälschungen bis hin zu qualitativ hochwertigen Plagiaten, die dann aber auch kaum günstiger als das Originalprodukt sind. Gleich welche Form, Plagiate und Fälschungen passieren nicht „aus Versehen“. Die Nachahmer handeln vorsätzlich, skrupellos und rein aus Profitgier. Sie kopieren das fertige, am Markt erfolgreich etablierte Endprodukt und minimieren ihr eigenes unternehmerisches Risiko. Und oftmals auch ihre unternehmerische Verantwortung. Denn größtenteils verwenden sie nach wie vor minderwertige Materialien, verzichten auf Qualitäts- und Sicherheitskontrollen, produzieren unter menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen und setzen billigend die Gesundheit der Fabrikarbeiter
sowie der Verbraucher aufs Spiel.

De facto sind die Geschäftsmodelle „Plagiat“ bzw. „Fälschung“ äußerst lukrativ, bei gleichzeitig geringem Risiko rechtlich belangt zu werden. Die Täterstruktur der Nachahmer reicht dementsprechend vom einfallslosen Mitbewerber, über Kleinkriminelle bis hin zur organisierten Kriminalität und jüngst nachweislich auch hin zu Terrorgruppierungen. Letztere nutzen
u.a. Zigarettenschmuggel und den Handel mit Fälschungen für die Finanzierung ihrer terroristischen Aktivitäten. Für den weltweiten Vertrieb der illegalen Waren greifen Fälscherbanden meist auf vorhandene Strukturen aus Waffen-, Drogen- oder Menschenhandel zu.

 

Globalisierung, digitale Kommunikation, Internet – und leichtgläubige Schnäppchenjäger
Das Internet und digitale Kommunikation sind aktuell hauptverantwortlich für die rasante Zunahme von Produkt- und Markenpiraterie. Obwohl internationale Polizeibehörden jährlich zehntausende Websites wegen Handel mit gefälschten Produkten erfolgreich schließen lassen, ist das Angebot rechtswidriger Marken- und Designprodukte ungebrochen hoch. Meist setzen die Betrüger ihr Geschäft binnen kürzester Zeit unter neuem Firmen- und Domainnamen erfolgreich fort. Und genau diese bequeme Rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit großer Mengen vermeintlicher Markenprodukte zum Spottpreis aus aller Welt verführen zum Kauf. Getäuscht werden die Kunden u.a. mit Fotos der Originalprodukte sowie gefälschten Kundenbewertungen und Qualitätssiegeln.

Leichtgläubige Schnäppchenjäger folgen zudem oftmals Empfehlungen aus sozialen Netzwerken und klicken allzu schnell und kritiklos auf „Kaufen“, ohne Impressum, Zahlungsbedingungen, Widerrufmöglichkeiten und die allgemeine Seriosität des Anbieters sorgfältig zu prüfen. Dabei ist es gerade beim Kauf im Internet wichtig, genau hinzusehen und auf seinen gesunden Menschenverstand zu hören. Experten der Verbraucherzentralen warnen z.B. bei auffallend fehlerhaften Texten und insbesondere bei „Vorkasse“ als einziger Zahlungsmöglichkeit vor dem Kaufabschluss. Denn die Erfahrung geprellter Käufer zeigt, dass eine Rückabwicklung des Geschäfts bei unseriösen Anbietern in der Regel nicht möglich ist.

Die Betreiber von Fake-Shops verstecken sich erfolgreich hinter der Anonymität des World Wide Web und auch Anbieter auf großen Online-Marktplätzen benutzen häufig Scheinidentitäten
und wechseln teils täglich ihre Accounts. Viele Markenhersteller stellen auf ihrer Website zum Schutz der Verbraucher vor Betrügern eine Übersicht autorisierter Händler zur Verfügung. Erschreckenderweise zeigen selbst führende Marktplatzbetreiber (z.B. Amazon USA) keine ernsthaften Anstrengungen, um Markenhersteller im Kampf gegen illegale Angebote zu unterstützen.

 

Käufer von Plagiaten und Fälschungen verantwortlich für Erfolg der Betrüger
Wenn es darum geht, Plagiate und Fälschungen zu erwerben, messen Konsumenten oftmals mit zweierlei Maß: Das vermeintliche Schnäppchen vor Augen, lösen sich alle Skrupel in Luft auf und es wird nicht mehr nach Sozialstandards in den Fälscherwerkstätten gefragt. Allgemein ist bei der Bewertung von Plagiaten und Fälschungen immer die Perspektive ausschlaggebend. Gleich ob
Unternehmer oder Verbraucher, Täter spielen das Problem als harmloses Kavaliersdelikt herunter, weil sie Nutznießer der Umstände sind.

Ist man aber selbst Opfer eines Betrugs und erleidet finanziellen oder gesundheitlichen Schaden, ändert sich diese Einschätzung schlagartig. Original und Plagiat sind eben nur auf den ersten Blick täuschend ähnlich. Verbraucher dürfen sich nicht blauäugig der Illusion hingeben, dass gleiches Aussehen automatisch auch die gleiche Qualität, Funktionalität, Präzision und Sicherheit bedeutet. Da Märkte sich über Angebot und Nachfrage regeln, trägt jeder Konsument eine erhebliche Verantwortung. Wer bewusst Plagiate und Fälschungen kauft, schwächt nicht nur gezielt die jeweiligen Markenhersteller, er unterstützt u.a. auch Kinderarbeit und kriminelle Machenschaften.

 

Kopieren kann jeder, Neues kreieren nicht – Mehr Wertschätzung fürs Original
Für die betroffenen Originalhersteller sind ungerechtfertigte Reputationsschäden, hervorgerufen durch minderwertige Plagiate und Fälschungen, meist noch gravierender als die tatsächlichen finanziellen Schäden aufgrund nicht realisierter Umsätze. Denn enttäuschte Kunden wenden sich möglicherweise von der Marke ab und beeinflussen weitere Kunden mit ihren Negativäußerungen.

Produktentwicklung ist aber ein zeit- und kostenintensiver Prozess und in jedem neuen Produkt stecken viel Kreativität, Know-how und Herzblut. Für Markenhersteller ist es daher enorm wichtig, dass Käufer ihre Produkte und die dahinter stehende schöpferische Leistung wieder stärker wertschätzen. Sie müssen die Verbraucher für ihr Originalprodukt begeistern und sie vom Mehrwert gegenüber optisch identischen, aber minderwertigen Plagiaten und Fälschungen überzeugen. Markenhersteller sollten daher nicht nur in Markenschutz, sondern verstärkt auch in Verbraucherschutz und Verbraucher-Aufklärung investieren, um mehr Bewusstsein für die Problematik zu schaffen.

 

Zoll unterstützt Firmen und Verbraucher im Kampf gegen Produkt- und Markenpiraterie
Laut EU-Kommission haben die EU-Zollbehörden allein 2015 mehr als 40 Millionen rechtsverletzende Produkte im Wert von mehr als 650 Millionen Euro an den EU-Außengrenzen beschlagnahmt – ein Plus von 15% gegenüber 2014. Die Mehrheit der festgehaltenen Waren kam auch 2015 aus China und Hongkong. Zu den Herkunftsländern gehörten u.a. auch die Vereinigten Arabischen Emirate, die Türkei und Indien. Die EU-Zoll-Statistiken können aber nur einen Teil des weltweiten Problems zeigen. Fakt ist, dass sich viele asiatische Firmen von der verlängerten Werkbank des Westens hin zu ernsthaften Mitbewerbern auf den Weltmärkten entwickelt haben, die selbst gewerbliche Schutzrechte anmelden und diese konsequent gegen Nachahmer durchsetzen. Hinzu kommt, dass die Auftraggeber bzw. Importeure von Plagiaten oftmals aus Industrieländern kommen. Auch unter den Nominierten für den Negativ-Preis „Plagiarius“ befinden sich seit Jahren immer mehr europäische Firmen, häufig stammen der Originalhersteller und der vermeintliche Plagiator sogar aus demselben Land. Und zunehmend handelt es sich bei den Nachahmern um ehemalige Produktions- oder Vertriebspartner.

Sehr gezielt prüfen die Täter heutzutage bei erfolgreichen Produkten von Mitbewerbern die Existenz von gewerblichen Schutzrechten. Sind keine Schutzrechte eingetragen, werden ohne Skrupel 1:1 Plagiate hergestellt. Für eine bestmögliche Abwehr von Produkt- und Markenpiraterie sollten Firmen auf eine ganzheitliche Strategie aus juristischen, organisatorischen und technischen Maßnahmen setzen.

 

Praxisnahe Sensibilisierung im Museum Plagiarius in Solingen
Das Museum Plagiarius präsentiert die Sammlung der Plagiarius-Preisträger von 1977 bis heute. Die Ausstellung umfasst mehr als 350 Produkte der unterschiedlichsten Branchen und zeigt jeweils Original und Plagiat im direkten Vergleich. Die vielen Praxis-Beispiele verdeutlichen anschaulich Ausmaß, Schäden und Gefahren von Plagiaten und tragen maßgeblich zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit bei. Vom Zoll beschlagnahmte Fälschungen ergänzen die Sammlung.

 

Sie sind von illegalen Imitaten betroffen?

… dann sollten wir uns unterhalten. Für uns sind Marken- und Produktfälschungen kein Kavaliersdelikt! Wir kämpfen für Ihr gutes Recht – lassen Sie es uns gemeinsam angehen.

Fordern Sie noch heute einen kostenlosen und unverbindlichen Rückruf an:

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Quelle: Pressemitteilung Plagiarius e.V.

Hinweis bei allen Bildern: Links Original, rechts Fälschung / Bildrechte: Aktion Plagiarius e.V.

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